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Titelbild für den Blogartikel Gitarren-Kapodaster: Griffbild und klingender Akkord

Gitarren-Kapodaster: Griffbild und klingender Akkord

Setze einen Kapodaster an Bund 2, greife eine C-Form, und es erklingt D. Der Bass hört D. Deine Lehrkraft hört D. Nur du siehst unter deinen Fingern eine C-Form. Genau diesen Abstand zwischen deinem Tun und dem, was alle anderen hören, erklärt dieser Artikel. Sobald du damit umgehen kannst, wird der Kapodaster vom Ratespiel zum Präzisionswerkzeug.

Das begleitende Arbeitsblatt „Eine Form, ein anderer Klang“ bietet eine einzige gedruckte Referenz für alle Beispiele hier. Mit der Übung „Nenne der Band die klingende Tonart“ übst du, die richtige Kapodasterposition auszuwählen und das Ergebnis anderen Mitspielenden mitzuteilen.

Was ein Kapodaster mit der leeren Saite macht

Ein Kapodaster ist eine Klemme, die alle sechs Saiten an einem gewählten Bund niederdrückt. Dieser Bund wird zur neuen Leersaitenreferenz — einem abnehmbaren mechanischen Sattel. Jede zuvor über ihre ganze Länge schwingende Saite schwingt nun vom Kapodaster bis zum Steg. Diese Strecke ist kürzer, daher klingt sie höher.

Jeder Bund erhöht die Tonhöhe um einen Halbton. Ein Kapodaster an Bund 2 erhöht jede leere Saite um 2 Halbtöne. An Bund 4 erhöht er jede Saite um 4 Halbtöne. Er wirkt gleichzeitig auf alle sechs Saiten und stets um denselben Betrag. Dadurch ist die Umrechnung von Griff zu Klang vorhersehbar.

Saite 1 zeigt E4 als ganze Note im ersten Takt und Fis4 als ganze Note im zweiten, beide im Gitarren-Violinschlüssel notiert (eine Oktave tiefer klingend als geschrieben). E4 (geschrieben E5) liegt im obersten Zwischenraum; Fis4 (geschrieben Fis5) auf der obersten Linie.

Saite 1 (hohes E) klingt ohne Kapodaster als E4. Mit Kapodaster 2 klingt Fis4 — zwei Halbtöne höher. Durchgehend eine Oktave über dem Klang notiert, wie in der üblichen Gitarrennotation.

Die „8“ unter dem Schlüssel jeder Gitarrenzeile erinnert daran, dass die Gitarre eine Oktave tiefer klingt als notiert. Das ist eine Lesekonvention, keine von Hand nachzuverfolgende Transposition. Das Verhältnis zwischen Gelesenem und Gehörtem regelt der Schlüssel. Zum Wiederholen der beteiligten Halb- und Ganztonabstände ist „Halb- und Ganztöne“ eine gute Referenz.

Tatsächlicher und relativer Bund

Zwei Zahlen beschreiben jede Position der linken Hand am Gitarrenhals. Für das Kapodasterspiel musst du sie auseinanderhalten.

Tatsächlicher Bund ist die vom Sattel aus gezählte Bundnummer. Bund 1 liegt als erster Bund der Kopfplatte am nächsten. Bund 7 liegt sieben Bünde den Hals hinauf. Diese Zahlen sind fest und beschreiben den Hals selbst. Wer sagt „Ich spiele am fünften Bund“, nennt eine tatsächliche Bundnummer.

Relativer Bund ist die vom Kapodaster aus gezählte Bundnummer, wobei der Kapodaster als null zählt. Bei Kapodaster 2 entspricht tatsächlicher Bund 2 dem relativen Bund 0 (leer nach dem Kapodaster). Tatsächlicher Bund 3 ist relativ 1. Tatsächlicher Bund 5 ist relativ 3.

Die Formel lautet: tatsächlicher Bund = Kapodaster + relativer Bund.

Ein konkretes Beispiel: Beim üblichen offenen C-Akkord drückt ein Finger Saite 2 am relativen Bund 1. Mit Kapodaster 2 liegt diese Stelle am tatsächlichen Bund 3. Ohne Kapodaster wäre es Bund 1. Griffgefühl und relative Position bleiben gleich; nur die tatsächliche Stelle am Hals verschiebt sich.

Gitarrenhalsdiagramm mit sechs links als E B G D A E beschrifteten Saiten (international B entspricht deutschem H), tatsächlichen Positionen phys 0 bis phys 6 oben, einem blaugrünen Kapodasterbalken am tatsächlichen Bund 2 und blaugrünen relativen Positionen rel 0 bis rel 4 unter dem Hals vom Kapodaster nach rechts.

Tatsächliche Bünde (oben) zählen vom Sattel, relative Bünde (unten, blaugrün) vom Kapodaster. Tatsächlich 2 = Kapodasterposition selbst = relativ 0. Jeder Bund rechts davon erhöht die relative Zahl um 1.

Praktisch liest und greifst du Akkorde mit relativen Bundzahlen — denselben vertrauten Griffmustern —, während der Kapodaster den Klang um seinen festen Betrag verschiebt. Deine C-Form nutzt auf bestimmten Saiten die relativen Bünde 0, 1 und 2. Mit Kapodaster an Bund 2 liegt jede dieser relativen Positionen tatsächlich 2 Bünde höher als ohne ihn.

Die klingende Tonhöhe auf einer Saite berechnen

Um die genaue Tonhöhe einer Position zu bestimmen, brauchst du drei Zahlen: Leersaitentonhöhe, Kapodaster und den gedrückten relativen Bund.

Klingender MIDI-Wert = MIDI-Wert der leeren Saite + Kapodaster + relativer Bund.

Saite 1 (hohes E) hat den klingenden MIDI-Wert 64, also E4 (440 Hz = A4 = MIDI 69; E4 liegt fünf Halbtöne darunter). Mit Kapodaster an Bund 2 klingt die Saite bereits ohne weiteren gegriffenen Bund bei 64 + 2 = 66. Drücke relativ 1 und die Tonhöhe steigt auf 64 + 2 + 1 = 67. Bei relativ 3 beträgt sie 64 + 2 + 3 = 69.

Drei Viertelnoten im Gitarren-Violinschlüssel: zuerst Fis, dann G ohne Vorzeichen, dann A ohne Vorzeichen. Unter jeder Note steht als Text rel 0, rel 1 beziehungsweise rel 3.

Saite 1 mit Kapodaster 2. Relativ 0 (leer nach dem Kapodaster) = Fis4. Relativ 1 = G4. Relativ 3 = A4. Diese Töne erzeugt die C-Form auf der höchsten Saite mit Kapodaster 2.

Für den vollständigen Überblick über alle sechs Saiten erklärt „Notierte und klingende Tonhöhe“ die Konvention der oktavierenden Gitarrenzeile, und das Blatt „Intervalle: Schritte und Sprünge“ bietet einen Rahmen zum Zählen der Halbtöne zwischen zwei beliebigen Tönen.

Das Tongeschlecht bleibt erhalten

Die zentrale beruhigende Erkenntnis: Mit Kapodaster bleibt die Intervallstruktur jedes Akkords genau gleich. Ein Durakkord hat einen Grundton, einen Ton 4 Halbtöne darüber und einen Ton 7 Halbtöne darüber. Werden alle Töne um 2 Halbtöne erhöht, steigt jede Tonhöhe um 2; ihre Abstände — 4 und 7 — bleiben unverändert. Dur bleibt Dur.

Stell dir vor, du verschiebst den ganzen Akkord auf der chromatischen Treppe um dieselbe Stufenzahl nach oben. Stehen zwei Freunde 4 Stufen auseinander und gehen beide 2 Stufen hinauf, sind sie weiterhin 4 Stufen auseinander. Der Kapodaster verschiebt jeden Akkordton um denselben Betrag, daher bleiben die Beziehungen zwischen den Tönen gleich.

C-Dur als drei ganze Noten (geschrieben C4 E4 G4) in Takt 1, dann D-Dur (geschrieben D4 Fis4 A4) in Takt 2 im Gitarren-Violinschlüssel. Über beiden Takten steht das Akkordsymbol.

C-Dur und D-Dur nebeneinander. Grundton bis Terz: in beiden Akkorden 4 Halbtöne; Grundton bis Quinte: in beiden 7 Halbtöne. Nur die Tonhöhenklassen haben sich verschoben, nicht das Tongeschlecht.

Dasselbe gilt für Moll. Am besteht aus Grundton, einem Ton 3 Halbtöne darüber und einem Ton 7 Halbtöne darüber. Mit Kapodaster 2 steigt jeder Ton um 2, aber die Intervalle bleiben 3 und 7. Am wird Hm (international Bm) — weiterhin Moll.

Am (geschrieben A3 C4 E4) in Takt 1 und Bm (deutsch Hm, geschrieben H3 D4 Fis4) in Takt 2 im Gitarren-Violinschlüssel.

Am und Hm (international Bm) sind beide Mollakkorde: Der Abstand Grundton–Terz beträgt jeweils 3 Halbtöne. Der Kapodaster verschiebt die Tonhöhenklassen, lässt die Intervallverhältnisse aber gleich.

Zum Erkennen von Dur und Moll nach Gehör und Struktur ergänzen sich „Dreiklänge und ihre Umkehrungen“ und „Akkordgeschlechter wiederholen“ gut.

Eine Warnung: Ändere Am beim Übergang zu Hm nicht in „H“ (international B). Dur und Moll sind nicht austauschbar. Ist der Griff Moll, bleibt auch der klingende Akkord Moll. Ist der Griff Dur, bleibt auch der klingende Akkord Dur. Das Tongeschlecht kippt unter einem Kapodaster niemals.

F- und G-Form mit Kapodaster 2

Dieselbe Regel gilt für die anderen beiden Formen in der Schleife C–Am–F–G.

F-Dur (geschrieben F3 A3 C4) in Takt 1 und G-Dur (geschrieben G3 H3 D4, international B3 für H3) in Takt 2 im Gitarren-Violinschlüssel.

Die F-Form klingt bei Kapodaster 0 als F-Dur, dieselbe Form bei Kapodaster 2 als G-Dur. Grundton bis Terz bleiben durchgehend 4 Halbtöne.

G-Dur (geschrieben G3 H3 D4) in Takt 1 und A-Dur (geschrieben A3 Cis4 E4) in Takt 2 im Gitarren-Violinschlüssel; internationales B bezeichnet das deutsche H.

Die G-Form klingt bei Kapodaster 0 als G-Dur, bei Kapodaster 2 als A-Dur. Das Cis in A-Dur entsteht daraus, dass das ursprüngliche H um 2 Halbtöne erhöht wurde.

Eine häufige Verwechslung: Die F-Form mit Kapodaster 2 und die offene G-Form ergeben beide G-Dur, sind aber unterschiedliche Akkordlagen mit unterschiedlichen Fingersätzen. Welche Form du nutzt, ist getrennt davon zu verfolgen, welcher Akkord erklingt.

Die Vierakkordschleife mit Kapodaster 2

C–Am–F–G gehört zu den häufigsten Folgen im heutigen Gitarrenspiel. Bei Kapodaster 2 steigt jeder Akkord um 2 Halbtöne, und die ganze Schleife wird D–Hm–G–A (international D–Bm–G–A).

C-Dur, Am, F-Dur und G-Dur als Akkorde aus ganzen Noten über vier Takte im Gitarren-Violinschlüssel. Über jedem Takt steht das Akkordsymbol.

Die vier Griffnamen — C, Am, F, G — im Gitarren-Violinschlüssel ausgeschrieben. Das greifst du.

D-Dur, Bm (deutsch Hm), G-Dur und A-Dur als Akkorde aus ganzen Noten über vier Takte im Gitarren-Violinschlüssel. Über jedem Takt steht das Akkordsymbol.

Die vier klingenden Namen — D, Bm (deutsch Hm), G, A — mit Kapodaster 2. Jeder Akkord liegt genau 2 Halbtöne über dem entsprechenden Griff oben.

Spiele beide Schleifen und höre den Unterschied. Die Griffbilder fühlen sich unter den Fingern identisch an; der Klang liegt einen Ganzton höher. Das Handout „Eine Form, ein anderer Klang“ enthält Audio für beide Schleifen, sodass du dein Gehör mit dem aufgenommenen Ergebnis vergleichen kannst.

Präge dir die Schleife als Umrechnungstest ein. Gehe C–Am–F–G gedanklich durch, wende Kapodaster 2 an und sage D–Hm–G–A laut. Geht das schnell genug, hörst du allmählich den D-Klang, während du C greifst — genau diese gedankliche Trennung macht das Kapodasterspiel flüssig. Die Finger verfolgen die Formen, Ohr und Mund die Klänge.

Ein weiterer Praxistest: Nenne einer Bass- oder Keyboardperson nur die klingenden Namen (D–Hm–G–A), ohne den Kapodaster zu erwähnen. Bitte sie mitzuspielen. Passt es genau, hast du die klingenden Akkorde richtig benannt. Klingt es unpassend, prüfe die Umrechnung erneut — ausgehend von Kapodasterposition und Griffgrundton.

Beachte: Hm (international Bm) ist H-Moll, nicht H-Dur. Der Kapodaster verwandelt Am nicht in H-Dur. Er verschiebt die Grundtonklasse von A nach H und erhält Moll. „H“ statt „Hm“ zu sagen wäre falsch und würde den Bass zum falschen Akkord führen.

Außerdem ergeben der G-Akkord der klingenden Schleife (aus F mit Kapodaster 2) und die offene G-Form beide G-Dur, aber in unterschiedlichen Akkordlagen. Die F-Form liefert klingend F2, A2 und C3, mit Kapodaster 2 werden daraus G2, H2 und D3. Die offene G-Form liefert ohne Kapodaster G2, H2 und D3. Beide ergeben G-Dur — eine erfordert aber eine bestimmte Kapodasterposition, die andere nicht. Steht „G“ auf einem Akkordblatt, passt jede dieser Lagen zum Akkordnamen; Griff und Kapodaster wählst du.

Den Kapodaster für eine Zieltonart finden

Angenommen, eine Sängerin oder ein Sänger möchte das Lied in D, du kennst die Akkorde aber als C–Am–F–G. Wie viele Bünde gehst du hinauf?

Zähle die Halbtöne vom Griffgrundton C zum Zielgrundton D aufwärts. C nach Cis ist ein Halbton. Cis nach D ein weiterer. Insgesamt: 2 Halbtöne. Kapodaster 2.

Die Kapodasterzahl entspricht der Anzahl der Halbtöne vom Griffgrundton zum Zielgrundton.
Tabelle mit Kapodasterpositionen 0 bis 5 links und klingenden Grundtönen für C-, Am- und G-Formen in drei Spalten. Bei 0: C, Am, G. Bei 1: Cis, B-Moll (international B-flat minor), As. Bei 2: D, Hm (Bm), A. Bei 3: Es, Cm, B (B-flat). Bei 4: E, Cis-Moll, H (B). Bei 5: F, Dm, C.

Klingende Grundtöne für Kapodasterpositionen 0–5 bei drei gängigen Formen. Suche dein Ziel in der Spalte deines Griffs; die Zeile nennt die Kapodasterposition.

Die Tabelle umfasst die Positionen 0 bis 5 und damit den gängigsten Spielbereich, ohne den Kapodaster so hoch zu setzen, dass sich der Instrumentenklang merklich verändert. Die meisten bleiben im Alltag bei 1–4; oberhalb von 5 können Intonation und Klang weniger verlässlich werden.

Jede Tabellenzelle entsteht gleich: vom Griffgrundton aus um die Kapodasterzahl in Halbtönen hinaufzählen und das Ergebnis ablesen. Kapodaster 3 auf C ergibt Es (C → Cis → D → Es). Auf Am ergibt er Cm, auf G ergibt er B. Du musst nicht alle 18 Zellen auswendig lernen, wenn du die Formel kennst; leite sie bei Bedarf direkt her.

Das Arbeitsblatt „Transposition“ behandelt die Grundidee — einen Ton oder eine Melodie um ein festes Intervall zu verschieben. Genau das macht der Kapodaster gleichzeitig mit allen sechs Saiten.

Gehe die beiden nützlichsten Fälle Schritt für Schritt durch.

Zwei Rechenbeispiele. Beispiel 1: D mit C-Formen gewünscht: Griffgrundton = C, Ziel = D, D minus C = 2 Halbtöne, Kapodaster = 2, also an Bund 2 setzen. Beispiel 2: Cm mit Am-Formen gewünscht: Griffgrundton = A, Ziel = C, A nach C = 3 Halbtöne, Kapodaster = 3, also an Bund 3 setzen.

Zwei durchgerechnete Beispiele zum Finden des Kapodasters. Zähle die Halbtöne vom Griffgrundton aufwärts zum Zielgrundton; diese Zahl ist die Kapodasterposition.

Beim Beispiel Am nach Cm lohnt sich ein Halt. Du möchtest Cm (C-Moll) und nutzt die Am-Form (Moll). C liegt 3 Halbtöne über A: A → Ais → H → C. Kapodaster 3 auf der Am-Form klingt als Cm.

Am (geschrieben A3 C4 E4) in Takt 1 und Cm (geschrieben C4 Es4 G4) in Takt 2 im Gitarren-Violinschlüssel.

Die Am-Form klingt mit Kapodaster 3 als Cm. Moll bleibt erhalten: Grundton bis Terz sind in beiden Akkorden 3 Halbtöne. Es ist die kleine Terz über C.

Möchtest du entsprechend E-Dur mit C-Formen, zähle C → Cis → D → Dis → E = 4 Halbtöne. Kapodaster 4.

C-Dur (geschrieben C4 E4 G4) in Takt 1 und E-Dur (geschrieben E4 Gis4 H4, international B4 für H4) in Takt 2 im Gitarren-Violinschlüssel.

Die C-Form klingt mit Kapodaster 4 als E-Dur. Vier Halbtöne über C liegt E; Dur bleibt erhalten.

Das Arbeitsblatt „Nenne der Band die klingende Tonart“ führt in Runde 1 durch sechs Griff-Kapodaster-Kombinationen, in Runde 2 durch Aufgaben zu tatsächlichen und relativen Bünden und in Runde 3 durch zwei gewünschte Zieltonarten, bei denen du die Kapodasterposition vor dem Anhören der Auflösung berechnest.

Den klingenden Akkord anderen mitteilen

Wenn du mit Bass, Keyboard oder einer zweiten Gitarre spielst, brauchen sie den klingenden Namen, nicht den Griffnamen. Sagst du „Ich spiele eine C-Form mit Kapodaster 2“, hört der Bass D, sucht aber vielleicht ein C zum Mitspielen. Sagst du „Der Akkord ist D“, kann er D in beliebiger Lage spielen.

Das ist zu Beginn einer Probe oder Session besonders wichtig. Sobald du den Kapodaster aufsetzt, merke dir die Umrechnung. Bei C–Am–F–G und Kapodaster an Bund 3 klingt die Schleife Es–Cm–As–B. Nenne Hinzukommenden den ersten Akkord: „Wir sind in Es.“ Eine zweite Gitarre ohne Kapodaster findet die richtigen Barrépositionen, das Keyboard geht zu Es. Niemand sucht nach C.

Beide Begriffssysteme sind nützlich: Griffnamen für dich, klingende Namen fürs Ensemble. Halte sie getrennt und sage beim Gespräch mit anderen ausdrücklich, welches du verwendest.

Zweispaltige Darstellung: Links unter Shape Name (Griffname) C, Am, F, G in dunkler Schrift; rechts unter Sounding Name (klingender Name) D, Bm (deutsch Hm), G, A in Blaugrün. Ein Pfeil „plus Kapodaster 2“ trennt die Spalten.

Griffnamen beschreiben die Tätigkeit deiner Finger. Klingende Namen beschreiben, was das Publikum hört. Nenne anderen Mitspielenden den klingenden Namen.

Gewöhne dir an, vor dem gemeinsamen Spielen die Schleife einmal im Kopf durchzugehen und Griffnamen in klingende Namen umzuwandeln. Bei Kapodaster 3 und C–Am–F–G: In welcher Tonart bist du? C + 3 = Es. Die Schleife klingt Es–Cm–As–B. Sage der Band „Es“.

Drei Kästen mit Plus- und Gleichheitszeichen verbunden: Kasten 1 (cremefarben) Shape Root = C (Griffgrundton C), Kasten 2 Capo Frets = 2 (Kapodasterbünde 2), Kasten 3 (blaugrün) Sounding Root = D (klingender Grundton D). Untertitel: Addiere die Kapodasterposition zur Tonhöhenklasse des Griffgrundtons.

Umrechnung in einem Schritt: Griffgrundton + Kapodaster = klingender Grundton. Wende sie vor jeder gemeinsamen Session an.

Die Rechnung hinter jeder Kapodasterposition

Die Formel Griffgrundton + Kapodaster = klingender Grundton funktioniert, weil sich die zwölf Tonhöhenklassen zyklisch wiederholen. Die chromatische Tonleiter hat zwölf Töne: C, Cis, D, Dis, E, F, Fis, G, Gis, A, Ais, H, dann wieder C. Ein Kapodaster N verschiebt jeden Ton um N Schritte in diesem Zyklus.

Zwölf Tonhöhenklassenkästen in einer Reihe: C, C-sharp, D, D-sharp, E, F, F-sharp, G, G-sharp, A, A-sharp, B (deutsch C, Cis, D, Dis, E, F, Fis, G, Gis, A, Ais, H). C ist orange, D blaugrün hervorgehoben. Darüber ein Pfeil: Kapodaster 2 erhöht jede Tonhöhenklasse um 2 Schritte.

Kapodaster 2 verschiebt jede Tonhöhenklasse im chromatischen Zyklus zwei Schritte im Uhrzeigersinn. C (orange) wird D (blaugrün). A wird H. F wird G.

Dies ist derselbe Vorgang wie „Transposition“ — jede Tonhöhe um ein festes Intervall verschieben —, nur geschieht es beim Kapodaster durch ein physisches Hilfsmittel statt durch Umschreiben der Noten. Das Ergebnis ist gleich: Jede Tonhöhenklasse verschiebt sich um denselben Betrag, und die Intervallbeziehungen jedes Akkords bleiben gleich.

Kostenlose Arbeitsblätter für diese Lektion

Alles zusammenführen

Der Kapodaster ist zweierlei zugleich: ein Hilfsmittel, das vertraute Griffe in einer neuen Tonart erklingen lässt, und eine Quelle von Verständigungsproblemen, wenn du anderen den Griffnamen statt des klingenden Namens nennst. Verstehst du tatsächlichen und relativen Bund, die Erhaltung des Tongeschlechts und die Formel Griffgrundton plus Kapodaster, hast du alles, um ihn richtig zu setzen und das Ergebnis klar mitzuteilen.

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Quellen

  • Fender — „What Is a Capo?“ — bestätigt die Funktion des Kapodasters: Erhöhung um einen Halbton pro Bund auf allen sechs Saiten.
  • MIDI Tuning Standard, MIDI Association — definiert die Tonnummerierung der gleichstufigen Stimmung; Grundlage aller Tonhöhenberechnungen (TUNING = {1:64, 2:59, 3:55, 4:50, 5:45, 6:40}).
  • Übliche Gitarrennotation — notierte Tonhöhe = klingende Tonhöhe + 12; dokumentiert in WORKSHEET-CREATION-GUIDE.md von Tissimo Teaching Material und im vorhandenen Arbeitsblatt guitar-tab-and-staff überprüft.
  • Überprüfte Rechnung — alle Akkordtranspositionen dieses Artikels werden im Generatorcode (gen.py) von Handout 454 und Übung 154 durch Assertions geprüft; die Prüfungen bestehen beim Erstellen.

Diesen Artikel online lesen: https://tissimo.co/de/articles/guitar-capo-shape-versus-sounding-chord

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